Europa-Projekte

Mit Unterstützung der Europäischen Union

Erasmus+ für Lehrer:innen

Im Zuge des EU-Programms werden auch Lehrkräfte an Hochschulen und Beruflichen Schulen gefördert, die entweder im Ausland unterrichten oder Fortbildungen im Ausland besuchen möchten.

Auf dieser Seite lesen Sie die Erfahrungsberichte.

Reykjavik (2022)

Erasmus+-Reisebericht von Martina Minkner und Maria Röser

Bild: Welcome to Iceland
Welcome to Iceland

Velkominn til islands! Das ist isländisch und heißt „Herzlich willkommen auf Island“.

Island, die Insel, die keine Energiesorgen hat, deren Pferde böse werden, wenn man sie Ponny nennt und die im Jahr, bedingt durch den Vulkanismus, rund 1,5 cm wächst.

 

 

Bild: Der große Geysir Island
Der große Geysir Island

Im Rahmen des Erasmus Plus Programms hatten wir neben unserem spannenden Kurs die Möglichkeit, diese einmalige Insel zu erleben. Hier haben wir unter anderem erfahren, dass Island keine Energiesorgen hat, da sich die Insel auf Grund der zahlreichen Vulkane und Geysire eigenständig und nachhaltig mit Strom versorgen kann. Während wir die Insel erkundeten, begleiteten uns immer

 

wieder über lange Strecken mit Mos bewachsene, riesige Lavafelder. Die vergleichsweise häufigen Vulkanausbrüche auf der Insel sorgen dafür, dass immer neue dieser Lavafelder entstehen. Diese sind zum Teil für den Wachstum der Insel verantwortlich. (Seit dem Wechsel des 19. Zum 20. Jhd. ist kein Jahrzehnt ohne Vulkanausbruch vergangen.)

Neben atemberaubenden Wasserfällen, wie dem Gullfloss oder dem Seljalandsfoss, hinter welchem man entlanggehen kann, wenn man bereit ist, in Kauf zu nehmen, dass die Frisur anschließend nicht mehr liegt, durften wir eine Eishöhle in einem Gletscher besichtigen, den Diamond Beach bestaunen und mit einem Boot in einer Gletscherlagune Seerobben beobachten.

Neben all diesen aufregenden, einmaligen, kulturellen Eindrücken, fanden wir uns in unserem einwöchigen Kurs „Mindfulness and Meditation: Well-beeing at school and life.“ wieder. Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Zusammensetzung unserer kleinen Kursgruppe mit Teilnehmerinnen aus Spanien, Ungarn, Österreich, Slowenien und der Slowakei, sorgte dafür, dass wir uns im Rahmen des Erasmus Plus Projets Discover Europe, Eexperience Diversity der Anna Warburg Schule voll und ganz mit dem Kurs identifizieren konnten. Auch ohne Vorkenntnisse im Bereich Achtsamkeit, Yoga und Meditation, gelang es der Trainerin Susanna alle Teilnehmerinnen aktiv und entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten an sämtlichen Übungen zu beteiligen. Jeder Kurstag begann mit einer Yogastunde, in denen uns verschiedene Yogapraktiken gezeigt und nahegebracht wurden. Neben Kundalini- und Yingyoga haben wir auch gelernt, wie wir Yoga zum Beispiel in Form einer Geschichte an Kinder heranführen können. In den vielfältigen Achtsamkeitsübungen erschien uns besonders die doppelte Vermittlungspraxis sehr wertvoll. Mehrfach wurde von der Trainerin in den Fokus gerückt, wie kleinere und größere Übungen auch in den Schul- und Kitaalltag integrierbar und sowohl für Schüler:innen als auch für Lehrer:innen nutzbar sind.

Nach einem aufregenden Tag im Kurs hieß relaxen und entspannen auf Isländisch „Auf zur Im Wasser befinden sich neben verschiedenen Mineralien wie bestimmte Art von Bakterien, welche bisher nur in der Blauen Bláa Lónið (Blue Lagoon)“. Kieselerde, Chlorid und Natrium auch Algen und eine Lagune nachgewiesen wurden. Die Algen sind grün, verleihen dem Wasser jedoch in Verbindung mit den Silikaten einen blauen Schimmer.

Mit neu gewonnener Gelassenheit, neuen Bekanntschaften in Europa und unbeschreiblichen Eindrücken von Island hieß es am Ende Sjáumst fljótlega islands (Bis bald, Island).

 

Madrid und Bilbao (2022)

Erasmus+-Reisebericht von Tanja Zimmermann: 05.06.-10.06.2022

Am Pfingstsonntag 2022 brach ich zu meiner ERASMUS+ - Erkundungsreise nach Alcalá de Henares auf.

Diese historische Stadt in der Comunidad de Madrid befindet sich nicht nur in der Nähe des größten Flughafen Spaniens (Barajas), vielmehr erlangt sie ihre Berühmtheit durch den weltberühmten Autor des Don Quijotes von der Mancha, Miguel de Cervantes, der das Licht der Welt in Alcalá 1547 erblickte. Cervantes Geburtshaus ist heute ein Museum. Die knapp 30 Kilometer von Madrid entfernte Stadt beeindruckt zudem durch ihre jahrhundertealte Universität, in der der wichtigste Literaturpreis für spanische/lateinamerikanische Werke alljährlich, sodann nicht gerade ein Lockdown ist, vergeben wird. Aber auch Alcalás Calle Mayor mit den charakteristischen Säulengängen sowie weiteren kulturellen Schätzen (Klöster, Plätze, eines der ältesten Theater Europas: el Corral de Comedias) sind zweifelsohne ein touristischer Magnet. So wurde das historische Zentrum Alcalás nicht ohne Grund 1998 zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die vielen Storchennester auf Dächern und Türmen der historischen Gebäude nutzen ́zig von Storchenpaaren alle Jahre wieder zur Aufzucht ihrer Jungen- sehr zum Leidwesen der Denkmalpflege, was immer wieder zu hitzigen Diskussionen mit Naturschützer:innen führt.

Collage: Meine ersten Impressionen nach Ankunft in Alcalá
Meine ersten Impressionen nach Ankunft in Alcalá

Pfingstmontag ist in Spanien kein offizieller Feiertag, so dass ich gleich morgens in Begleitung von Esperanza, einer sehr erfahrenen „Pädagogik“-Lehrerin der IES Alonso de Avellaneda meine Besuchs-Tour dreier escuelas infantiles in Azuqueca de Henares sowie Madrid starten konnte. Generell umfasst in Spanien die Krippen- und Elementarerziehung die ersten Impressionen nach der Ankunft in Alcalá 0-3-jährigen Kinder in den sogenannten escuelas infantiles. Von 3-6 Jahren beginnt bereits die vorschulische Erziehung (educación prescolar), bevor sich dann ab 6 Jahren die educación primaria anschließt. Bereits in den ersten beiden Bildungszyklen wird Wert auf Lesen, Schreiben und Rechnen sowie Fremdsprachen oder aber Informatik, gelegt.

Im stetigen Austausch über die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede des spanischen Bildungssystems besuchten Esperanza und ich als erstes die Montessori British Kids Nursery School. Hier konnte ich mich davon überzeugen, wie pädagogischer Arbeit im Sinne Montessoris unter Verwendung der englischen Sprache umgesetzt wird. Auch die Besuche der weiteren Einrichtungen, Delphos und Alaria, waren für mich sehr bereichernd. In der ersteren ist ein Hund in das pädagogische Konzept integriert. Die Kinder hatten sichtlich Freude mit ihrem vierbeinigen „Tutor“ zu spielen und zu lernen. Die an diesem Tag zuletzt besuchte escuela infantil, Alaria, zeichnet sich durch ein extrem abwechslungsreiches und stark strukturiertes Bildungsangebot aus. Alle drei Einrichtungen zeigten verstärktes Interesse Schüler:innen der Anna-Warburg-Schule ein Praktikum zu ermöglichen. Am Abend wurde ich von ein paar Kolleg:innen der IES Alonso de Avellaneda „verhaftet“, um die spanische marcha nocturna (spanische Nachtleben) mit kühlen Getränken, tapas und guten Gesprächen ausklingen zu lassen.

Bild: Meinen „neuen“ Kolleg:innen des IES Alonso de Avellaneda
Meinen „neuen“ Kolleg:innen des IES Alonso de Avellaneda

Am darauffolgenden Tag besuchte ich drei Institute der beruflichen Bildung. Das IES Complutense , IES Antonio Machado sowie die EOI (Escuela Oficial de Idiomas). Es waren herzliche und sehr konstruktive Kennenlernen, die viele Möglichkeiten gegenseitiger Mobilitäten aufzeigten. Insbesondere das IES Antonio Machado mit seinen fast 3000 Schüler:innen, hunderten Lehrer:innen sowie einer extremen Vielfalt an Ausbildungsberufen – Gesundheitswesen, Informatik Robotics, um nur einige zu nennen, war beeindruckend. Das ERASMUS+ Treffen in der EOI war ausgesprochen herzlich. Für besonders Sprach affine Schüler:innen ergeben sich hier interessante Praktikumsmöglichkeiten als fremdsprachliche Assistenz.

Guter Austausch in der EOI (Escuela Oficial de Idiomas).
Guter Austausch in der EOI (Escuela Oficial de Idiomas).

Am Mittwoch, in aller Frühe, brach ich in die nordspanische Stadt Bilbao auf. Dort angekommen wurde ich, wie erwartetet, von dem typischen baskischen Sirimi erfrischend begrüßt. Diesen Nieselregen empfand ich nach der Hitze in Zentralspanien als sehr angenehm. Entgegen meines auf meiner letzten Stippvisite vor 12 Jahren gewonnen Eindrucks einer ersten Impressionen nach der Ankunft in Alcalá grauen hat sich Bilbao immer weiter von einer industriellen zu einer durchaus farbenfrohen und attraktiven Stadt entwickelt – dies nicht nur aufgrund des weltberühmten Guggenheim Museums. Den Rest des Tages nutzte ich, um an einer Stadtführung teilzunehmen sowie mich von dem Informations-Overload der vergangenen Tage etwas zu erholen, indem ich einfach nur durch die interessanten kaleas (bask. Straße) des Altstadtviertels schlenderte und ein paar pintxos (baskische tapas) genoss.

Am Donnerstag stand als erstes das Kennenlernen der Partner-Organisation Education und Mobility auf meiner Agenda. Oihane gab mir einen sehr aufschlussreichen Überblick ihrer Arbeitsweise und wir klärten wesentliche Fragen der Mobilitäten. Die anschließenden Besuche der escuelas infantiles Dilyan Montessori sowie Txanogorritxu (bask. für Rötkäppchen) in Barakaldo waren äußert interessant und hinterließen bei mir ein gutes Gefühl, bereits im Oktober 2022 Schüler:innen dort ihr Praktikum absolvieren zu lassen.

Zu meiner Überraschung riss der Himmel von Bilbao auf und erfreute mich mit schönstem Sonnenschein am Strand von Sopelana. So kommt man tatsächlich direkt aus dem Stadtzentrum mit der Metro sowie nach einem kurzen Fußmarsch zu der nicht ungefährlichen, kalten jedoch zugleich wunderschönen kantabrischen Küste- welch strahlend blauer Horizont!

Collage der Kontraste: Bilboas Küste im Sonnenschein, Bilbao-Skyline im „Sirimi“
Kontraste: Bilboas Küste im Sonnenschein, Bilbao-Skyline im „Sirimi“

Am Abreisetag (Freitag) hatte ich die Gelegenheit eine rein englisch sprachige escuela infantil zu besuchen. Bedauerlicherweise hat diese aufgrund der Pandemie erheblich Kündigungen der Betreuungsverträge hinnehmen müssen, da die spanische Regierung die ersten Impressionen nach der Ankunft in Alcalá Betreuungsgebühren nicht durch Corona-Rettungsschirme übernommen hat. So wie diese haben viele Eirichtungen im spanischen Betreuungssektor momentan um ihr Fortbestehen zu kämpfen. Es bleibt zu hoffen, dass die Corona-Auswirkungen bald nicht mehr so stark zu spüren sind. Trotz dieser Wermutstropfen, war für mich diesem Reise eine Horizonterweiterung auf vielen Ebenen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unseren neu gewonnen Partner-Institutionen!

 

Cork (2020)

Erasmus + - Cork-Irland- Bericht von F. Hoedemacher

In den letzten beiden Wochen der Sommerferien hatte ich die Möglichkeit als Lehrerin im Rahmen von Erasmus+ einen Methodenkurs in Irland zu absolvieren. Das tolle war, dass ich mich relativ frei entscheiden konnte, wo genau ich den Kurs absolvieren möchte, solange dieser von Erasmus+ anerkannt ist. Für das Land hatte ich mich bereits entschieden und da ich schon in Dublin war, entschied ich mich für die zweitgrößte Stadt Irlands; Cork. Cork liegt im Süden Irlands, im County Cork und am River Lee, der in das nicht weit entferne Meer mündet.
Cork gilt als die sonnigste Stadt Irland und Irland ja allgemein nicht gerade als sonniges Reiseziel. Als ich ankam, regnete es auch erst einmal zwei Tage durch.
Ich wohnte in einer student accomadation, welche im Sommer aufgrund der Semesterferien leerstand, zusammen mit einigen anderen Lehrer:innen. Diese war zwar nicht traumhaft schön, dafür aber mitten in der Stadt an einem Kanal.     
Am ersten Tag war ich sehr gespannt, wer denn noch in meinem Kurs sein würde; durchgeführt wurde dieser vom Cork English College, das mitten in der Stadt am River Lee liegt und Englischkurse für Schüler:innen, Student:innen, Lehrer:innen und Privatpersonen aller Niveaus anbietet. Da ich Englischlehrerin bin, war mein Kurs kein Sprachkurs, sondern ein Methodenkurs für Englischlehrer:innen. Insgesamt waren wir zu zwölft und meine Kolleg:innen kamen aus Österreich, Tschechien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Wir hatten zwei Kursleiterinnen, beides Irinnen, die wahnsinnig sympathisch und motiviert waren. Durch sie haben wir viele tolle Tipps für die Stadt und die Umgebung bekommen. Im Kurs selbst habe ich einige neue Methoden gelernt, die sich dazu eignen vor allem neue Vokablen zu lernen oder zu wiederholen, meist sehr spielerisch und spaßig. Meine aktuellen Englischkurse hier an der Schule "durften" auch schon einige testen.  
Das Beste für mich war aber tatsächlich einfach zwei Wochen in Irland sein zu können, ein wenig in ein irisches Stadtleben zu können und zwei Wochen nur Englisch zu sprechen. Cork ist eine sehr hübsche Stadt mit vielen urigen Pubs, modernen Restaurants und Coffee Shops und die Landschaft Irlands ist einmalig. Auch das Wetter wurde dann noch top, nach den ersten Tagen waren es tagsüber fast die gesamte Zeit 25 Grad, was die Iren dort als heat wave bezeichneten.    
Ich kann jeder/jedem nur empfehlen, sich auch über Erasmus + zu informieren, egal ob als Lehrkraft oder Schüler:in.

Oxford (2016)

Ausgestattet mit einem Erasmus Stipendium der Europäischen Union machte ich mich im August 2016 auf den Weg nach Oxford, um zwei Wochen meiner Sommerferien einer Fortbildung speziell für Englischlehrkräfte zu widmen und eine der ältesten Universitätsstädte kennenzulernen.

Oxford liegt etwa 90 Kilometer nordwestlich von London an der Themse. Von Heathrow aus fuhr ich ca. 1 ½ Stunden mit dem Überlandbus in die „Stadt der träumenden Zinnen“.

Unterkunft hatte ich in einer internationalen Studenten-WG gefunden. Von dort war es ein halbstündiger Spaziergang vorbei am Oxford Castle zum British Study Centre (BSC), das zentral im historischen Zentrum Oxfords liegt.

Das BSC bietet zahlreiche Englisch-Kurse für verschiedene Zielgruppen an. Ich hatte mich für den Kurs Advanced Language and Methodology entschieden, der sich speziell an erfahrene Lehrkräfte wendet. Der sehr intensive Unterricht umfasste 10 Tage á 4 Stunden. Die neun anderen teilnehmenden Lehrerinnen des ALM-Kurses kamen aus fünf verschiedenen Ländern: Schweden (2), Polen (1), Spanien (2), Italien (3), Deutschland (1) und unterrichteten in ihren Heimatländern alle in der Sekundarstufe II. Es gab eine große Vielfalt von vorgestellten und ausprobierten methodischen Ansätzen, die zu ausführlichen Diskussionen anregten, gerade auch wegen der unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen an den Schulen ihrer Herkunftsländer.

Nach dem Unterricht wurden fachkundig geführte Touren in und um Oxford angeboten, u.a. vom Leiter des British Study Centres, sodass unzählige geschichtliche und landeskundliche Aspekte thematisiert wurden.

Die erste Tour führte uns durch die Stadt und entlang der Themse.

Innerhalb von Oxford kann man sich bequem zu Fuß fortbewegen, die Distanzen sind klein und die Stadt überschaubar. In der Altstadt fühlt man sich in die Zeit zurück versetzt, in der das weltberühmte Oxford zu der Universitätsstadt wurde, die sie bis heute noch ist.

Christ Church College Esssaal, Innenhof und Außeransicht

 

Wir konnten an einem anderen Tag einige der 38 Colleges besuchen. Allen Colleges gemeinsam ist die Anordnung der Gebäude um einen großen, begrünten Innenhof und eine kleine Kirche oder Kapelle. Im bekanntesten College, Christ Church, waren besonders viele Touristen, möglicherweise weil hier einige Szenen von Harry Potter gefilmt wurden.

Wir besuchten auch das berühmte Ashmolean, das weltweit erste einer Universität angegliederte Museum und das University Museum of Natural History and Pitt Rivers.

Ein weiterer Anlaufpunkt war der botanische Garten, dessen großzügig angelegter Park auch von vielen Studenten zur Mittagspause genutzt wird und in dem sich früher Lewis Carroll, der Autor von Alice in Wonderland, gerne aufhielt.

An einem Abend machten wir einen sogenannter pub crawl, eine Kneipentour, bei der wir drei verschiedene Pubs besuchten. Dabei sind wir auf den Spuren der berühmten Schriftsteller Tolkien (The Hobbit) und C.S.Lewis (The Narnian Chronicles) gewandert.

Die Kurteilnehmerinnen mit ihren Zertifikaten

Der Austausch mit den anderen Kursteilnehmerinnen, auf beruflicher aber eben auch auf persönlicher Ebene, führte dazu, dass ich mich seit Oxford noch viel mehr als Europäerin fühle.

Josephine Brandhofer

 

Valencia

In den Ferien hatte ich die Möglichkeit, Dank eines Stipendiums der Europäischen Union im Rahmen von ERASMUS +, an einer Fortbildung für Lehrerinnen teilzunehmen, die Spanisch als Fremdsprache unterrichten.

Ich habe mich im Vorwege über die vielfältigen Möglichkeiten informiert und habe mich für die Sprachschule Espanolé Valencia in der wunderschönen spanischen Stadt Valencia entschieden.

Espanolé Valencia ist eine familiär geführte Sprachschule in dem historischen und zugleich modernen Stadtpalast "Palacio de los Fernández de Córdova", nur wenige Meter von der Kathedrale, einem der touristischen Highlights Valencia, entfernt. Diese Sprachschule bietet ein sogenanntes „teacher training“ nach hohen Qualitätsstandards an. Insgesamt habe ich diese Fortbildung als sehr motivierend für meine weitere Lehrtätigkeit empfunden und würde mich sehr freuen, in einem der kommenden Jahre diese Erfahrung wiederholen zu dürfen.

Obwohl wider Erwarten aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl der Austausch auf europäischer Ebene eher gering war, ermöglichte gerade diese kleine Gruppengröße ein sehr intensives Arbeiten mit einem großen Gesprächsanteil der einzelnen Teilnehmer in der Zielsprache, so dass die Sprachpraxis stark gefördert wurde. Unter diesen Arbeitsbedingungen konnte die Themenvertiefung nach individuellen Interessenwünschen stets ermöglicht werden. Insbesondere kulturelle sowie politische, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen Spaniens haben wir erfahren. Neben der Analyse von grammatikalischen Einheiten, hat mich Reflexion der Entwicklungen in der Jugendsprache bereichert, so dass ich jetzt gut „upgedated“ bin.

Die vielfältigen Materialien werde ich meinen Kolleginnen in einer schulinternen Fortbildung erläutern bzw. im gemeinsamen Austausch auf unsere Lerngruppen anpassen. Ich kann ihnen diese Art der Fortbildung in jeglicher Hinsicht nur ans Herz legen - nicht zuletzt auch deshalb, weil Valencia unzählige kulturelle (u.a. Ciutat de les Arts i les Ciències –siehe Fotos), gastronomische sowie sportliche Attraktionen zu bieten hat, so dass die Reise äußerst inspirierend für die weitere Unterrichtsplanung ist.

Tanja Zimmermann, Lehrerin für Spanisch und Wirtschaft

Edinburgh

Die Edinburgh School of English bot in den Sommerferien einen „Overseas Teachers Methodology Course” an. Die 10 Teilnehmer – alles Lehrer der Sekundarstufe II – kamen aus verschiedenen europäischen Ländern. Demzufolge war die englische Sprache die einzige Kommunikationsmöglichkeit mit den Dozenten und auch zwischen den Teilnehmern. Schon allein deshalb war der Kurs lohnenswert und geeignet, die aktive Sprachkompetenz zu verbessern, weil man in einer kleinen Gruppe immer wieder gefordert war, sich in der Fremdsprache zu äußern.

 

Den Teilnehmern wurde eine große Auswahl von aktuellen Unterrichtsmaterialien vorgestellt. Neue theoretische Ansätze wie z.B. teaching unplugged oder dogme wurden vorgestellt und ausführlich diskutiert. Sehr wertvoll war auch der Erfahrungsaustausch mit den anderen Lehrern aus Europa. Der Kurs bot die Möglichkeit, eigene Vorgehensweisen und Haltungen zum Thema Unterricht und Lernen zu evaluieren. Gemeinsam wurde eine Sammlung von Internetlinks erarbeitet, die weitere Inhalte und Methoden für die Unterrichtsvorbereitung beinhalten. Diese Links wurden von einer der Dozentinnen evaluiert.

Edinburgh ist eine alte und sehr interessante Stadt mit vielen Kulturdenkmälern, die es in der unterrichtsfreien Zeit zu entdecken galt.

Beeindruckend war die große Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Schotten. Zu dem zu der Zeit bevorstehenden Referendum im September gab es viele interessante Gespräche und Diskussionsansätze.

An den Wochenenden blieb noch etwas Zeit, die Umgebung, besonders die Highlands zu erkunden, was eine willkommene Abwechslung zu der sehr belebten und zum Teil überfüllten Stadt darstellte. Ein Grund für den Besucheransturm waren die Commonwealth Games, die außer in Glasgow auch in Edinburgh stattfanden.

Frauke Bradel

Valletta

Bei der Fortbildung in Valletta handelte es sich um eine speziell auf Lehrkräfte abgestimmte Fortbildung namens „English Language Teaching Methodology for Non-Native English Language Teachers“ an der Easy School of Languages.

Neben den inhaltlichen Aspekten, die die Unterrichtsqualität insbesondere in Hinblick auf eine neue Methodenvielfalt verbessern sollten, stand während dieser Fortbildung der rege Austausch mit anderen Lehrkräften aus dem inner- und außereuropäischen Ausland im Vordergrund. Den Teilnehmer:innen wurde ein Austausch über die länderspezifischen Bildungs- und Schulsysteme, gängige Unterrichtsmethoden und die inhaltliche Ausgestaltung der Bildungspläne ermöglicht.

Auch die eigene Sprachkompetenz wurde während der Fortbildung durch gezielte Übungen, die ebenfalls mit Schüler:innen angewendet werden können, und die tägliche selbstverständliche Kommunikation in der englischen Sprache aufgefrischt und vertieft.

 

Unterstützt wurde der Lernzuwachs durch den besonderen Flair eine Fortbildung im Ausland besuchen zu können, dabei die Kultur, Traditionen und Besonderheiten des Landes authentisch kennenzulernen.

Bei Malta handelt es sich um einen südeuropäischen Inselstaat im Mittelmeer, der aufgrund seiner Lage und einhergehender Historie von arabischen, französischen und britischen Einflüssen geprägt wurde, die noch heute sichtbar sind.

1814 wurde Malta offiziell als englische Kronkolonie anerkannt und erst im Jahre 1964 als konstitutionelle Monarchie im Rahmen des britischen Commonwealth in die Unabhängigkeit entlassen. Die Amtssprachen sind bis heute Malti und Englisch.

Besonders in Maltas Hauptstadt Valletta ist die Geschichte des Landes spür- und sichtbar. Valletta gehört aufgrund ihres kulturellen Reichtums seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe und wird im Jahr 2018 Europäische Kulturhauptstadt sein. Die Stadt lockt nicht nur Kulturbegeisterte, sondern auch viele Sprachschüler:innen an, die an den zahlreichen Sprachschulen der Stadt ihre bisherigen Englischkenntnisse anwenden und vertiefen möchten.

Katja Vodegel

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass es ausgesprochen lohnenswert ist diese von Erasmus+ geförderten Fortbildungen in Anspruch zu nehmen. Die eigene Motivation die neu kennengelernten Unterrichtsmethoden und Eindrücke von Land und Leuten anschließend mit den Schüler:innen zu teilen ist sehr hoch.

Durch die Aufenthalte in den Ländern können landeskundliche Inhalte anschließend viel authentischer und überzeugender unterrichtet werden, da der persönliche Bezug zu dem Land und den dortigen Gegebenheiten sehr viel größer geworden ist. Als eine zusätzliche positive Auswirkung dieser Reisen lässt sich noch hinzufügen, dass eine der Kolleginnen, gemeinsam mit einem weiteren Englischkollegen, nun jährlich eine englischsprachige Studienreise für die Schüler:innen des Beruflichen Gymnasiums nach Malta anbietet, um den Teilnehmer:innen einen Einblick in die Geschichte, Kultur und Traditionen des Landes zu ermöglichen.