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Islam und Islamismus: eine Podiums- und Publikumsdiskussion

Ist der Islam eine gefährliche Religion?

Was unterscheidet den Islam vom Islamismus?

 

 

Unter dieser Fragestellung fand am 9.4. eine Podiumsdiskussion in der Cafeteria unserer Schule statt. Vor rund 300 Schülerinnen und Schülern der prall gefüllten Aula diskutierten Seda Simsek- Vorstand der islamischen Religionsgemeinschaft Ditib in Hamburg, Bülent Kayaturan, auch Bedo genannt- Fernsehmoderator bei Hamburg 1 und Mitglied der CDU, Axel Matyba- evangelischer Pastor und Beauftragter für den Christlich-Islamischen Dialog sowie Sally Riedel- Projektkoordinatorin der Jungen Islam Konferenz Hamburg.

 

Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von der Schülerin Tugce Sahin, eine Schülerin der 12 Klasse des Beruflichen Gymnasiums. Sie hatte auf Eigeninitiative diese Veranstaltung geplant und die Diskutanten eingeladen.

 

Mit sehr guten Impulsen brachte Tugce Sahin die Gäste ins Gespräch, wobei es ihr gut gelang, auch das Publikum mit einzubeziehen. So wurde über Radikalisierung einzelner muslimischer Jugendlicher gesprochen und wie dem zu begegnen sei, aber auch über den Alltagsrassismus und die Ausgrenzungserfahrungen junger Muslime in Deutschland, die bei einigen vielleicht zu einer Radikalisierung beitragen.

 

Bülent Kayaturan machte in diesem Zusammenhang aber auch deutlich, dass sich die Muslime auch aus ihrer selbst empfundenen Opferrolle herausbegeben müssten, dass sie sich aktiv in Gesellschaft und Politik einbringen sollten. Dazu wurde im letzten Jahr die „Junge Islamkonferenz – Hamburg“ gegründet, deren Vertreterin auf dem Podium Frau Sally Riedel, dafür warb, ein positives Gesellschaftsbild gemeinsam mit Muslimen und Nicht-Muslimen für Deutschland zu entwickeln. Axel Matyba warb für einen muslimisch-christlichen Dialog, für die Sicht auf das Gemeinsame im Glauben, gegen eine ständige Sicht der Unterschiede.

Seda Simsek machte deutlich, dass er das Weltbild radikaler Muslime nicht verstehen könne, dass dieses nur auf „Schwarz-Weiß“, „Ja-Nein“, „Gut-Böse“ aufgebaut sei, was seinem Menschenbild und seiner Vorstellung vom Islam nicht gerecht werde. Ein Islamist halte seine Auffassung für die allein richtige, er lasse keine anderen Vorstellungen als gleichwertig daneben bestehen. Diese Auffassung als eine falsch verstandene Interpretation des Islams wurde auf dem Podium von allen geteilt.

 

Zum Schluss machten zwei Schülerinnen noch einmal deutlich, dass Ablehnung und Ausgrenzung nicht nur in Bezug auf Christen und Nichtmuslime, sondern auch innerhalb der unterschiedlichen muslimischen Ethnien, Gemeinschaften und Konfessionen stattfindet. Es brauche neben einem christlich-muslimischen Dialog auch eine innerislamische Diskussion darüber, wie bestimmte Verse aus dem Koran zu interpretieren seien, wie die Frage der Gewalt theologisch zu beantworten sei sowie die Frage nach religiösem Pluralismus in unserer pluralistischen, offenen Gesellschaft.

 

(Ilka Landeck)