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Studienfahrt nach Krakau/ Auschwitz 2014 des BG_13

 

Tag 1:

Nach einer langen Busfahrt kamen wir abends im Hostel an. Schnell bezogen wir unsere Zimmer und machten uns auf den Weg zum Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant.

Am nächsten Morgen um 9.00 holte uns ein Stadtführer ab. Gleich zu Beginn gab er jedem von uns einen kleinen einfachen Stadtplan, sodass wir immer sehen konnten, wo wir waren und auch später die Stadt gut allein erkunden konnten. Wir gingen zunächst durch das jüdische Viertel Krakaus und sahen dann verschiedene Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es war interessant und hat uns allen einen ersten Eindruck von Krakau vermittelt. Nachmittags hatten wir Gelegenheit, die Stadt in Kleingruppen weiter zu erkunden und um 19 Uhr trafen wir uns wieder zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant nahe der Altstadt.

 

Tag 2:

Am Dienstagmorgen sind wir früh losgefahren, weil  um 9.00 Uhr im ca. 60 km entfernten Ausschwitz unsere Besichtigung begann. Im sog. Stammlager  1 erwartete uns eine ältere Dame, die uns über das Gelände führte. Wir gingen durch verschiedene Häuserblöcke, in denen unterschiedliche Ausstellungen zu sehen waren. In Block 27 konnten wir z.B. Videos von Zeitzeugeninterviews und Originalfilme anschauen, was beklemmend war, weil wir alles ohne Untertitel verstehen konnten. In anderen Ausstellungen waren viele persönliche Dinge der Häftlinge zu sehen, wie zum Beispiel ein riesiger Berg von abgeschnittenen Haaren, Koffer, Brillen, Schuhe oder andere Dinge des täglichen Lebens. Besonders bedrückend war ein langer Flur, an dessen Wänden Portraits verstorbener Häftlinge mit Ankunfts- und Sterbedatum im Lager hingen.

Nachmittags  haben wir uns im Rahmen eines Workshops mit der Verfolgung der Sinti und Roma beschäftigt.

Wir haben uns dazu entschlossen keine Fotos in Auschwitz zu machen, da wir das Lager als Gedenkstätte respektieren.

 

Tag 3:

Am dritten Tag unternahmen wir einen Ausflug nach Auschwitz-Birkenau. Dieser Ausflug war sehr bewegend und eindrucksvoll, sodass wir das Erlebte nicht so schnell vergessen werden. Wir haben einen großen Teil des riesigen Geländes beschritten und sind in verschiedene Baracken hineingegangen. Unsere Reiseführerin hat uns zahlreiche Informationen, wie z.B. erschütternde Zahlen und Daten, aber auch ergreifende Einzelschicksale mitgeteilt. Wir konnten somit einen kleinen Eindruck davon erhalten, wie  unfassbar die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen waren und spürten immer noch eine gedrückte Stimmung. Befremdlich und z.T. bestürzend empfanden wir das Verhalten von einigen Besuchern, die sich  in einer unangemessenen Lautstärke unterhielten oder fotografierten, trotz der ausgeschilderten Bitte, dies nicht zu tun. An einigen Stellen in den Baracken fanden wir sogar Kritzeleien aus der heutigen Zeit.

Anschließend fuhren wir nach einer Mittagspause in die Stadt Auschwitz in das jüdische Zentrum. Ein junger österreichischer Freiwilligendienstleistender klärte uns über das Leben der Juden vor dem zweiten Weltkrieg auf. Er zeigte uns die Synagoge in Auschwitz und informierte uns über einige Traditionen der jüdischen Kultur.

Er erklärte uns aber auch, wie die Einwohner heute in Auschwitz leben und wie versucht wird, mit der Vergangenheit umzugehen, wenn z.B. über den möglichen Bau einer Diskothek in der Stadt Auschwitz diskutiert wird. Dieser Aspekt, wie die Menschen in einer Stadt mit einer solchen Vergangenheit ihrem Leben und ihrem Alltag nachgehen, hat uns sehr nachdenklich gestimmt.

 

Tag  4:

Nach dem Frühstück und einer Besprechung in der Gruppe durften wir unseren Vormittag und Nachmittag selbst gestalten. Die meisten Schüler erkundeten in kleinen Gruppen die Innenstadt. Einige waren shoppen im fußläufig zu erreichenden Einkaufszentrum von Krakau, andere unternahmen eine Floßfahrt auf der Weichsel, oder machten eine Kutschfahrt durch die Altstadt. Am Abend trafen wir uns wieder, um gemeinsam in einem nahegelegenen Restaurant zu Abend zu essen. Da wir uns entschlossen hatten, am nächsten Morgen früher loszufahren, als ursprünglich geplant, machte ein großer Teil unserer Gruppe die Nacht durch.

Insgesamt war es eine abwechslungsreiche Studienreise und die Gruppe harmonisierte sehr gut. Die Ausflüge nach Auschwitz und Birkenau waren bewegend und werden uns noch sehr lange in Erinnerung bleiben.

 

Die Teilnehmer der Studienfahrt nach Krakau