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Kunstreise nach Venedig/ Italien

1. Tag

Unser erster Tag in Venedig begann mit dem Ausstellungsbesuch der wundervollen und tief beeindruckenden Kirche Santa Maria Assunta (Gesuiti), am nördlichen Stadtrand, nachdem wir mit der Straßenbahn vom Festland nach Venedig einfuhren und mit jedem Meter ein Gemälde von einer Stadt, die umgeben ist von wunderschönen getrübten türkisfarbenen Wasser, entstand.

Wir stiegen aus und schlossen uns der bunten venezianischen Masse an,

auf dem Weg zur unserer ersten Besichtigung.

Umgeben vom maroden Charme der barocken Architektur gingen wir die schmalen Gassen entlang, die gefüllt waren mit kleinen und bunten Läden, in denen  prunkvolle Masken und viele Souvenirs zu kaufen waren.

Ein Tag voller neuer fremder Gerüche, guten Essens und unbekannter Impressionen.

In der Kirche, die im barocken Stil erbaut wurde, angekommen, waren wir ab der ersten Sekunde absolut ergriffen von der malerischen Schönheit. Die Kirchendecke war ein einziges Gemälde, wie aus dem Bilderbuch! Die meterhohen geschwungenen Marmorsäulen, die den Altar umgeben, waren wahnsinnig beeindruckend. Was auch sehr ungewöhnlich war, dass klassische Musik im Hintergrund lief und der Rundgang dadurch den barocken Charme der Kirche noch unterstrich.

Leider konnten wir nicht lange dort verweilen und staunen, nachdem die typisch italienische Mittagspause eingeläutet wurde und die Kirche schloss. Wir entschieden uns noch für ein erstes Gruppenfoto vor der Kirche, bis wir dann auf unsere Art und pärchenweise das Viertel erkunden gingen; ein Restaurant kam uns da ganz gelegen.

Beim Schlendern zurück zum Hotel entdeckten wir die philippinische Ausstellung der Biennale und lernten unter anderem die Künstler Mike Parr und Hermann Nietsch kennen.

Diese kurzzeitige Konfrontation mit philippinischen Kriegsschiffen, eingewickelt in roten Samt, Videoinstallationen mit blutigen Performances, katapultierte unser geordnetes Denken in Sphären unserer Fantasie und hinterließ einen bleibenden Eindruck vom ersten Tag unserer Reise.

Am Abend dann waren wir ganz erschöpft und zufrieden mit unseren ersten Erfahrungen, die wir so unverhofft sammelten. So tauschten wir diese in unserem Plenum aus und schmiedeten schon die nächsten Pläne für die kommenden Tage.


2. Tag

 

Am heutigen Tag hatten wir zwei große Ziele in Venedig. Zuerst besuchten wir die Basilica Santa Maria Gloriosa die Frari; eine riesige, schon von außen imposant anmutende, gotische Kirche.

 

Beim Betreten der Kirche wurde unser Kunstkurs sicherlich nicht nur aus Respekt vor den anderen Besuchern leise; viele von uns waren sichtlich von dem ersten Eindruck, den das große Kirchenschiff machte, überwältigt. Die endlos hohe Decke war mit aufwändigen Malereien, teilweise von Tizian stammend, ausgeschmückt. Breite Säulen säumten sich an den Seiten der Halle. Zwar schien das Tageslicht in die Kirche, jedoch nicht allzu sehr, so dass die Lichtverhältnisse besonders in den verwinkelten Ecken etwas düster und dadurch besonders atmosphärisch anmuteten.

 

Viele von uns setzten sich schließlich auf die vorderen Bänke, nahe einer kleinen Kapelle, um alles auf sich wirken zu lassen. Einige von uns begannen zu zeichnen, andere schrieben sich Notizen auf oder ließen die Kirche einfach auf sich wirken.

 

Manche Kunstwerke innerhalb der Kirche warfen Fragen auf, so dass man sich für die Zeit nach der Reise an die Recherche machen konnte, wenn man etwas unbedingt wissen wollte.

 

Nach ungefähr einer Stunde verließen wir die Frarikirche und machten uns auf den Weg zur Scuola Grande di San Rocco, die sich in unmittelbarer Nähe zu der Kirche befindet.

 

Das Gebäude der Scuola basiert auf zwei Stockwerken, die durch ein aufwändig gestaltetes Treppenhaus miteinander verbunden sind. Vom Erdgeschoss gingen wir hoch in das erste Stockwerk; ein riesiger Raum mit einer gewaltigen, sehr hohen Decke, ähnlich der Frarikirche. Auch hier waren die Malereien aus dem Leben Marias und der Kindheit Jesu extrem vielfältig und erschlugen einen im ersten Moment regelrecht. Es lagen tragbare Spiegel für die Besucher bereit, mit denen man die Deckenmalereien gemütlich betrachten konnte, indem man diese vor sich hertrug. So musste man nicht einmal den Kopf heben und konnte sich auf sämtliche Details konzentrieren.

 

Der Unterschied zu der Frarikirche war, dass in der Scuola Grande di San Rocco der Raum im ersten Stockwerk maßgeblich von den Gemälden Jacopo Tintorettos geprägt war; hierauf lag das Hauptaugenmerk. Nichtsdestotrotz hielten sich auch hier viele Schüler*Innen des Kunstkurses über eine längere Zeit auf, bis wir nach und nach das Gebäude verließen und in kleinen Gruppen für den Rest des Tages selbstgewählte Ziele in Venedig aufsuchten.

 

Das Wetter war an diesem Tag nicht so sonnig wie am Vortag, jedoch hatte es seinen ganz eigenen Charme, und das Wasser in den Kanälen Venedigs ansteigen zu sehen, war etwas Besonderes. Gummistiefel waren jedoch obligatorisch und machten es zu einem kleinen Vergnügen, durch die teilweise überfluteten Gehwege, die sich in unmittelbarer Nähe zum Wasser befanden, zu laufen.

 

3. Tag

Von Luisa, Selina und Hanna

 

Am Mittwoch sind wir, nach dem wie immer sehr reichhaltigen Frühstück, ins Peggy-Guggenheim-Museum gefahren. Als wir klatschnass dort ankamen, haben wir zuerst eine kleine Einweisung zu Peggy, ihrem Haus und warum es ein Museum wurde, bekommen. Wir hatten Zeit, uns umzusehen und waren beeindruckt von den echten Dalís, Mirós und Picassos, die dort ohne jegliche Absperrung ausgestellt waren.

Nach einem kurzen Treffen durften wir selbst entscheiden, ob wir noch bleiben oder uns mit Frau Keppler und Frau Krohn die Rialtobrücke und den Markusplatz ansehen wollten. Wir entschieden uns für Letzteres, und nach einem weiteren erfrischend nassen Fußmarsch erreichten wir den Markusplatz. Dort bot sich uns der in den letzten Jahren immer häufigere Anblick des ‚Aqua Alta’; der gesamte Platz war überschwemmt, Touristen standen teilweise bis zu den Knien im Wasser. Auf kleinen Holzstegen mussten wir uns mit hunderten von anderen Leuten über das Wasser quetschen.

An der Rialtobrücke, die leider wegen Bauarbeiten teils von großen Planen bedeckt war, trennte sich unser Weg von dem der Lehrerinnen.

In einer kleinen Gruppe sind wir etwas essen gegangen und haben uns danach einfach treiben lassen, wobei wir den schönen, nicht von Touristen überladenen Teil Venedigs gesehen und viele süße kleine Läden entdeckt haben. Da wir uns vom Abendessen abgemeldet hatten, stand uns genug Zeit für unsere Erkundungen zur Verfügung.

Mit einem echten italienischen Eis in der Hand und schmerzenden Füßen machten wir uns auf die Suche nach der Tram, welche zu unserem Hotel fuhr.

Als wir dort ankamen, fielen wir nass und erschöpft, aber glücklich ins Bett.

Trotz der Anstrengung war das für uns der schönste Tag der Woche.


4. Tag - Besuch der 56. Biennale

 

Wie jeden Morgen gab es auch heute um 8 Uhr Frühstück; dieses bestand meist aus weißen Brötchen und Aufstrich wie Marmelade und Schokocreme. Es gab Kaffee aus einem Kaffeeautomaten im Frühstücksraum. Abgesehen davon konnte man Saft trinken. Manchmal gab es auch Croissants oder Donuts zum Frühstück.

Um 9.30 Uhr trafen wir uns als Gruppe unten in der Lobby. Frau Keppler erzählte uns etwas zur Biennale, damit wir ein paar Hintergrundinformationen hatten. Dies war auch gut so, denn sonst wäre man sehr überflutet gewesen vor Eindrücken. Wir gingen gemeinsam zur Tram (Straßenbahn) und fuhren nach Venedig; dort angekommen gingen wir ein Stück bis zum Vaporetto-Anleger. Heute hatten wir nämlich ausnahmsweise mal ein Tagesticket (für jeden Tag wäre das zu teuer gewesen), und das hieß: Wir durften Wassertaxi fahren und alle anderen Fahrgelegenheiten nutzen und zwar so oft wie wir wollten!

Nach 50 Minuten Fahrt auf dem Wasser kamen wir bei der Biennale an. Dies war aber nur ein Teil der Ausstellung, da es zum einen verschiedene Pavillons gab und zum anderen auch noch einen weiteren Standort mit Werkstätten. In den Pavillions stellten unterschiedliche Länder etwas zu dem diesjährigen Thema „All the World´s Futures“ aus. In den Werkstätten gab es größere Kunstwerke zu bewundern.

Als alle eine Eintrittskarte hatten, verabredeten wir noch einen Treffpunkt mit Uhrzeit, und dann ging jeder seiner Wege. Da es 89 Länder gab, die etwas ausstellten, war für jeden etwas dabei. Zeittechnisch kam es nur knapp hin, auch das zu sehen, was man sehen wollte. Um alles zu sehen, planten die Veranstalter nämlich 3 ganze Tage ein. Die zu betrachteten Werke waren nicht einfach nur Bilder, wie man das vielleicht sonst von Ausstellungen kennt, sondern auch Videos, Animationen, Skulpturen und Musik. Die Kunstwerke haben einen entweder sehr schnell gefesselt und zum Nachdenken angeregt, oder man hat sehr schnell gemerkt, dass man mit dem Objekt nichts anfangen kann. Dann hat man einfach den nächsten Pavillon besucht. Viele der Dinge die ausgestellt wurden, nahmen den ganzen Raum ein. Das Meiste, was wir gesehen haben, war sehr faszinierend und fesselnd.

Nachdem wir uns alle wiedergetroffen haben, ging es zu Fuß weiter zum zweiten Standort der Biennale. Dort angekommen machten wir wieder eine Uhrzeit aus und einen Treffpunkt. Mir persönlich gefielen die Werkstätten nicht so gut wie die Pavillons, dementsprechend wartete ich schon etwas früher an unserem Treffpunkt. Zu sehen gab es dort große Kunstwerke wie zum Beispiel einen Raum, der komplett mit bunt gefärbten Tüchern, Sand und Steinen gefüllt war, oder einen dunklen Raum mit neonfarbenen Lichtern. Diese Lichter waren verschiedene Wörter die unterschiedlich angeordnet im Raum hingen.

Gegen 15 Uhr trafen wir uns wieder und besprachen, wer noch bei den Werkstätten bleiben will und wer gehen möchte. Ab da an hatten wir Freizeit.

Um 19 Uhr gab es wie jeden Tag Abendbrot; dieses bestand aus einer Vorspeise, meistens Nudeln, einem Hauptgang und einer Nachspeise. Nach dem Essen trafen wir uns ein weiteres Mal in der Lobby und stellten uns gegenseitig vor, was wir kreatives den Tag über gemacht haben. Am meisten vertreten waren bearbeitete Fotos, Collagen und Zeichnungen. Gegen 21:30 Uhr war auch dieser Punkt abgehakt, und wir hatten wieder Freizeit. Bis 23 Uhr durften wir uns in mindestens Dreiergruppen auch noch draußen aufhalten, mussten uns aber sowohl bei den Lehrern ab- als auch anmelden.

Da wir heute das Tagesticket hatten, wollten wir dieses nutzen und fuhren als Gruppe noch einmal nach Venedig. Dies war eine Ausnahme, da die Tickets die wir sonst hatten nur für eine Hin- und Rückfahrt gültig waren. Wir ließen unseren letzten Abend in Venedig also als kleine Gruppe in der Stadt ausklingen und fuhren irgenwann wieder zurück zum Hotel.

Insgesamt war die Biennale für mich persönlich die beste Ausstellung der Reise. So etwas Großartiges habe ich noch nie zuvor gesehen, und ich hätte sehr gern mehr Zeit gehabt, um mir alles anzuschauen. Vielleicht hätte ich dann auch noch mehr Assoziationen für die freien Arbeiten gehabt, die wir uns abends in der gesamten Gruppe präsentierten.

 

von Leah, Malin und Anna

 

 

5. Tag - Abreisetag

 

 

Der heutige Tag lässt sich sehr gut durch ein Wort beschreiben: Warten….

Da es der letzte Tag für uns in Venedig war, mussten wir bis 10 Uhr die Zimmer im Hotel verlassen haben. Die Koffer konnten wir in einem Raum des Hotels abstellen und die restliche Zeit bis zur Abfahrt zum Flughafen um 14 Uhr für uns nutzen. Pünktlich um kurz nach 10 Uhr riss die Sonne durch die Wolken und der Regen wurde weniger. Somit hatte sich das Warten und Absitzen der Zeit im Hotel doch noch gelohnt, denn wie wir durch die Tage zuvor wussten- im Regen macht Venedig halt doch nur halb so viel Spaß.

Viele machten sich noch einmal auf, nach Venedig reinzufahren. Es mussten noch die letzten Geschenke für Zuhause besorgt werden, einmal noch den Flair der Stadt eingeatmet und fotografiert werden, oder ganz einfach noch ein letzter italienischer Kaffee getrunken werden- alles in absoluter Ruhe, denn wir hatten ja unendlich viel Zeit J

Pünktlich um viertel vor zwei trudelten dann alle im Hotel ein. Nach kurzem Warten, ging es dann zur Bushaltestelle schräg gegenüber dem Hotel.

Wahrscheinlich war es die Naivität, oder die Gutgläubigkeit, die uns alle nicht daran glauben gelassen hatte, dass wir, also 23 Personen, nicht in einen Bus passen würden. Doch genau so kam es. Bereits mit einigen Minuten Verspätung kam dann der vollbesetzte Bus inklusive eines mies dreinschauenden Busfahrers, der uns auf Italienisch und wild gestikulierend mitteilte, dass wir nicht alle einsteigen könnten.

So fuhren nur 8 der 23 Leute mit… Für den Rest hieß es: 30 Minuten warten.

Glücklicherweise passten dann die restlichen Leute gut gequetscht und gestapelt in den darauf kommenden Bus.

Endlich am Flughafen angekommen, verlief dann mal alles nach Plan. Keiner blieb wegen Übergepäck zurück, oder wurde bei der Sicherheitskontrolle verhaftet.

Nun musste das Flugzeug nur noch rechtzeitig losfliegen.

Nur noch… Letztendlich verschob sich das Bording und der Abflug für 15 Minuten nach hinten- das war noch erträglich.

Wahrscheinlich hatten wir Rückenwind, oder der Pilot hatte einige rote Ampeln überfahren, auf jeden Fall landeten wir trotz der Verspätung noch pünktlich um kurz nach 19 Uhr in Hamburg.

Das Ziel schon fast in Sicht, hieß es jedoch vorerst: Warten auf das Gepäck. Nach guten 30 Minuten am Laufband, wurde dann auch diese Hürde genommen.

Als jeder sein Gepäck wieder bei sich hatte und sich nun die Wege zu trennen schienen, fielen wir uns alle noch einmal um den Hals- auf eine erfolgreiche, interessante und unvergessliche Studienfahrt!!