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Conil 2011

Bereits zum dritten Mal fuhr im Jahr 2011 ein munteres Grüppchen von 27 Schülerinnen und Schülern der  Spanischkurse (12. Klasse) nach Conil in Südspanien.

Die Reise ist ein alljährliches Highlight: Eine Woche lang besuchen wir in kleinen Lerngruppen eine Sprachschule und stellen uns den Herausforderungen der schönen spanischen Sprache und des Alltags im ungewohnten Ambiente.

Die jungen Leute sind in der Zeit in Wohngemeinschaften untergebracht und sammeln „authentische Erfahrungen“, die wir im Folgenden (Achtung: zusammengetragene Fragmente aus subjektiver Sicht der Teilnehmenden!)  dokumentieren:

 

Anreise:

Sammlung: 9.00 Uhr Hamburg/Hauptbahnhof

Kontrolle der Gruppengröße: 22 weiblich, 5 männlich

Erste Teilstrecke Hamburg-Bremen

Keine besonderen Vorkommnisse (Ausnahme: in Rotenburg/ Wümme wird das Proviant bereits knapp)

Aufenthalt in Bremen:

Erster Realkontakt mit einheimischer Bevölkerung (Bremer). Geistreiche Auseinandersetzung bezüglich der Frage nach Aufenthaltsrecht. Die Provokation („Was wollt ihr hier, ihr seid doch keine Bremer!“) wird energisch und schlüssig zurückgewiesen („Was wollt ihr denn ihr Bremer? Dann dürft ihr uns auch nicht in Hamburg besuchen!“). Sieg nach Punkten aber peinlich.

Bremen Flughafen:

Das Chaos ertragen wir lässig. Mit stundenlangem Kofferumpacken als sportlicher Zwischenübung verblüffen wir selbst abgebrühtestes ryanair-Bodenpersonal.  

Flug:

Vizeadmiral Eberhardt gewinnt bei der hauseigenen ryan-Bingo-Lotterie ein Auto. Glaubt er zumindest.

Bustransfer:

Autoritätsprobleme auf Seiten der Reiseleitung werden sichtbar. Der Fahrer verhindert mit andalusischem Phlegma ein rechtzeitiges Pausieren und somit das Durchführen lang aufgesparter Hygienemaßnahmen. Die Rechnung muss er selbst zahlen (klassisches Eigentor).   

Ankunft:

Inspektion der Unterkünfte; Begeisterung über gehobene Kasernenqualität. Erste , größtenteils erfolgreiche Auseinandersetzungen mit Gasthermen und -herden.

Abendgestaltung:

Spähtrupp schlägt sich wacker. Neben ersten unfeinen gastroökonomischen Überraschungen („Was ??? 3 Scheiben Toastbrot für 7 Euro???“) werden die ersten Freizeit-Etablissements erkundet und für würdig befunden.

Mitternacht: Zapfenstreich

 

Erster Tag

Unser erster Tag in dem schönen, kleinen Dorf im Süden Spaniens begann mit Sprachschulunterricht. Wir alle waren  gespannt wie die Sprachschule und der Unterricht wohl gestaltet sind und ob wir mit dem ausnahmslos spanisch sprachigen  Unterricht klar kamen.

Einen Tag zuvor nahmen wir an einem Eignungstest teil um unsere Spanisch Kenntnisse einzuschätzen und uns anschließend in verschiedene Leistungsgruppen einteilen zu können.

So kamen wir am ersten Tag in unsere Spanisch Gruppen und lernten unsere Lehrerinnen kennen.

Der Unterricht war sehr abwechslungsreich und interessant gestaltet, dass die vier Stunden sehr schnell vorbei gingen.

Dann freuten sich alle auf den Strand! Die Sachen wurden gepackt, der Rücken noch mal eingecremt und dann ging es los.

Der Strand war nur ca. 10 min. zu Fuß entfernt und als er endlich erreicht wurde, ließen alle die Sachen fallen und rannten in die Wellen.

Darauf hatten alle gewartet, bei der Hitze und Vorfreude.

Anschließend genossen wir die Sonnenstrahlen auf unseren Handtüchern, bis wir zu einem Kennenlernspiel aufgefordert wurden, bei dem jeder auf Spanisch, ein paar seiner persönlichen Erfahrungen bezüglich Schule oder Familie preis gab.

Nach einem wunderschönen ersten Strandtag gingen langsam alle in ihrer Apartments und rubbelten sich den letzten Sand von den Beinen, denn wir freuten uns auf die in der Sprachschule organisierte Willkommensparty.

Als wir uns alle gemeinsam in unserem Appartement trafen stieg die Vorfreude und wir schlenderten freudetrunken in die Schule denn da stieg die Stimmung mit Tinto de Verano und einem deftigen Buffet. Einige bevorzugten das Fass Cerveza. La musica dröhnte in unseren Ohren und erfüllte den Innenhof mit prächtiger Partystimmung, damit wir ordentlich die Sau raus lassen konnten.

Nach der Feier fielen die meisten in ihre Betten und die Mädels begannen mit ihrem Geplauder im Plenum.

 

Zweiter (Diens-) Tag

Liebes Reisetagebuch,

Wir sind heute, Dienstag, um 08:00 Uhr morgens aufgestanden und haben uns langsam fertig gemacht. Um 09:00 Uhr sind wir dann los gegangen, sodass wir rechtzeitig um 09:30 Uhr in der Schule angekommen sind. Nach der Schule um 13:00 Uhr sind wir dann gemeinsam zum Einkaufen gegangen um etwas für unser Mittagessen zu kaufen. Nach dem Einkaufen haben wir uns fertig für den Strand gemacht und sind ungefähr um 15:30 Uhr los gegangen. Wir hatten Schwierigkeiten den Weg zur „La Ola Bar“ zu finden und mussten deshalb nach dem Weg fragen. Es war eine wirklich aufregende neue Situation, die wir gut gemeistert haben, da wir den Weg gefunden haben. Wir sind im Meer geschwommen, haben uns gesonnt und Volleyball gespielt, bzw. den Spielern dabei zugesehen! Heute war es wirklich windig am Strand und das Sonnen fiel uns ein wenig schwer, weil der Sand immer gegen uns gepeitscht ist. Nach unserem Strandbesuch  haben wir noch einen kleinen Einkauf erledigt und sind dann nach Hause gegangen. Wir haben lecker zu Abend gegessen und sind dann noch mal rausgegangen um einen kleinen Abendspaziergang durch die Straßen von Conil zu unternehmen. Nun ist es schon 23:00 Uhr und wir werden wohl langsam ins Bett gehen, da wir morgen einen harten Tag haben werden, weil wir nach der Schule nach Cádiz fahren und abends noch für unsere Lehrer kochen wollen. 

 

Gute Nacht Spanien!

 

Mittwoch

Am Mittwoch, den 28.09.2011,haben wir einen Ausflug in die nächst größere Stadt Cádiz gemacht.

 

Morgens waren wir, wie jeden morgen, in der Academia Atlantica beim Spanisch Unterricht, bevor wir am spätenVormittag aufbrachen.

 

Bevor wir uns allerdings auf den Weg zum Bus machten, packten wir erst mal unsere Sachen zusammen und einige gingen auch noch in den Supermarkt um sich ausreichend Wasser und Proviant für die Stadt-Tour mitzunehmen. Als wir dann endlich am Vormittag in den Bus stiegen, war unsere Vorfreude auf den Aufenthalt in Cádiz schon sehr groß, wir konnten es kaum erwarten uns endlich auf Shopping-Tour zu begeben. Die Fahrtzeit betrug ca. 1 Std., die uns aber nicht lange vorkam.

 

Zu allererst, machten wir eine Stadtrund-Tour mit Paqui, eine der Lehrerinnen aus der Academia, von der einige unserer Schüler unterrichtet wurden. Die Stadtrundtour,die natürlich auf Spanisch stattfand, dauerte 2 Std.,war aber sehr gut verständlich, sie dauerte allerdings länger als erwartet. Es war aber sehr interessant die Sehenswürdigkeiten Cádiz` anzusehen. Um ein sehenswertes Beispiel zu geben, wir besichtigten die „Camera Obscura“,durch die man die ganze Stadt von oben ansehen konnte. Als wir damit fertig waren gingen die meisten von uns erst einmal etwas essen, um sich von der langen Stadt-Tour zu erholen, um danach wieder fit für die Shopping-Tour zu sein.

 

Um 9 Uhr trafen wir uns dann alle wieder vor dem Bus, um wieder zu unseren Appartements zurückzufahren. Manche gingen dann später noch in Bars, andere machten es sich zu Hause gemütlich. Eine Zimmer-Gruppe musste sogar noch an diesem späten Abend für die Lehrer kochen.

 

Der Tag in Cádiz war sehr schön und ereignisreich und wir verbrachten alle einen sehr schönen Tag dort.

Buenos dias Conil!

 

Donnerstag

Es ist mal wieder viel zu früh, als das ein Urlaubsgefühl aufkommen könnte, aber es hilft alles nichts.

Die Schule beginnt rechtzeitig um halb Zehn und es ist besser rechtzeitig da zu sein. Morgen findet die Prüfung für unser Zertifikat statt und alle Gruppen arbeiten heute noch einmal angestrengt um Morgen gut abzuschneiden. Aber auch der härteste und anstrengendste Schultag hat mal ein Ende.

Unser Lichtblick ist und bleibt die Zeit nach 13:30 Uhr. Auch heute wird zuerst einmal gegessen nach der Schule. Es ist nicht unbedingt Restaurant geeignet aber es macht satt! Danach heißt es für alle Sachen packen und für einige ordentlich eincremen. Der Strand ruft! Immer noch ist es ziemlich windig aber trotzdem warm. Nach ein paar lustigen, warmen und auch anstrengenden Stunden geht es für die meisten zurück zur Unterkunft. Den Weg vom Strand zur Unterkunft kennen wir alle nun schon im Schlaf.

Nachdem alle geduscht haben und auch umgezogen sind, wird zu Abend gegessen. Toast, Chorizo und etwas Käse ist dafür bestens geeignet. Nachdem Essen trennen sich die Wege der meisten. Die einen müssen ihre Abwaschpflicht erledigen, der Rest geht in die Stadt Postkarten besorgen und Kleinigkeiten einkaufen. Aber ein letztes Highlight hält der Tag für uns noch bereit. Als die Sonne schon lange untergegangen ist, treffen sich einige Leute noch einmal am Strand, um an der Nachtwanderung, welche von Frau Zimmermann und Herrn Eberhardt geplant und inszeniert wurde, teil zu nehmen.

In den folgenden zweieinhalb Stunden folgten viele interessante, witzige und unvergessliche Momente, in denen wir unsere Lehrer und auch andere Mitschüler besser kennen lernten.

Am Ende der Nachtwanderung gingen wir alle in eine Bar in der einige lustig Gespräche statt fanden schließlich löste sich die Gesellschaft gegen halb zwölf auf.

In der Unterkunft erwartete einige jedoch noch eine kleine Überraschung. Einige Schüler hatten sich überlegt auf dem Dach, unter dem spanischen, freien Sternenhimmel zu übernachten, und das taten sie auch.

 

Letzter Tag

Nach einer, für einige etwas kürzeren Nacht,  fielen die Putzkolonen in die Appartements ein. Jeder war aufgefordert, die Spuren der letzten Woche zu beseitigen, weil sich das gefürchtete Kontrollkommando von  Herrn Eberhardt und Frau Zimmermann ankündigte. Ungeahnte Dynamiken entwickelten sich, so dass die Heinzelmännchen daneben erblassen würden. In dieser Dynamik schlichen sich die ersten schlechten Stimmungen dieser Woche ein. Nach einer Woche voller Harmonie, taten sich die ersten Spannungen auf. War es der bevorstehende Trennungsschmerz, der manche Nerven überreagieren ließ? Begleitet wurde das Staubaufwirblen von einer karitativen Spendenaktion für Herrn Ebehardt, der noch eine weitere Woche in Conil verweilen sollte. Es war unglaublich, wie viele französische Salatmayonaisen und  italienische Spaghetti Packungen sich ansammelten. Herr Eberhardt hätte mit dieser etwas einseitigen Spende den Rest des Jahres noch in Conil ausharren können.

Da Timing war perfekt. Alle schafften, nach Wohnungskontrollen mit Prädikaten, pünktlich den Bus zu erreichen. Dann hieß es Abschiednehmen. Abschiednehmen von Herrn Eberhardt und den Salatmayonaisen… von den spaßigen und lehrreichen Unterrichtsstunden mit den sehr symphatischen Spanischlehrerinnen, dem breiten Stand, den lustigen Kommunikationssituationen mit den Andalusiern… der Sonne, dem Meer, dem Levante-Wind, der unsere letzten Tag mit reichlich Sand gesegnet hatte.

Nach einer relativ unspektakulären Busfahrt, die meisten zogen es vor zu dösen, kamen wir überaus pünktlich am Flughafen in Málaga an.  Nach der allseits beliebten Umpack-Aktion „Hilfe, ich habe zu viel in meinem Koffer. Wer hat Untergewicht?“ hieß es 3 Stunden ausharren… die letzten Besorgungen auf spanischen Boden wurden getätigt, alles verlief ruhig…..verdächtig ruhig…. Bis zu dem Punkt, an dem das Boarding durchgeführt wurde. Hektik kam auf…. Aufregung machte sich breit. Wo hatte die Schülerin S aus H ihren Boardingpass liegen lassen? Eine Frage auf die es auch nach panischen Suchattacken und Schweißausbrüchen keine Antworten gab.

Gracias a Dios, zeigte sich das Bodenpersonal verständnisvoll und ließ nach 10 minütigem Warten (das sich eher wie 10 Stunden anfühlte), auch die Schülerin S den minimalistischen Flieger von Ryan Air betreten.

Über den Wolken muss es dann allen klar geworden sein: wir verlassen Spanien. Hinter uns liegt eine fantastische Woche, voller bereichernder Erfahrungen. So war es doch auch für einige das erste Mal, geflogen zu sein…

Leicht übermüdet, aber sehr glücklich landeten wir  fast pünktlich in Bremen. Alles klappte wie am Schnürchen. Jeder konnte seinen Koffer entgegen nehmen und auch der muffelige Busfahrer erwartete uns bereits….

 

Als wir in HH um ca. 1h angekommen waren hieß es nun endgültig „Adiós“ zu sagen.